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13.10. - 15.10.2016  
MLP Herbst Seminar

Alexander Merz

Christoph Wiesmann

 

Detailprogramm und Anmeldung / Registration

Music for People Europe

3000 Bern

+41 (0)77 468 42 88 

itsyou@musicforpeople.ch

  

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Newsletter Nr. 8
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Themen Newsletter / Nr. 8 / Mai 2017

Music for People Angebote im aktuellen Geschehen

 

Das Winter und Frühlingsseminar liegen hinter uns. Der Frühlingskurs

fand in eher kleinem Rahmen statt, in dem sich wunderbare

musikalische Begegnungen entwickeln konnten.

 

Das diesjährige Sommerseminar findet Mitte Juli 2017 statt. Wir

hoffen, dass das Wetter mitspielen wird. Unbeschwertes-Draussen-

Sein und Swimmingpool laden ein. Der Kurs im 2017 wurde

auf Mitte Juli gelegt, so dass auch MusiklehrerInnen aus Zürich

während der Schulferien mittun können.

 

Mary Knysh bringt neue Erfahrungen aus der ganzen Welt mit.

Wir hoffen, dass bei den derzeitigen misslichen Bedingungen in

den USA unsere KollegInnen von Music for People Möglichkeiten

finden können und von ihren musikalischen Tätigkeiten leben

können. Viele arbeiten im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen

oder an Universitäten. Alles Bereiche die bei der derzeitigen

Regierung auf der Abschussliste stehen.

 

Music for People trägt gerade dieses Jahr eine friedenspolitische

Aufgabe, unser Mitwirken in Europa gibt unseren Musikfreunden

in schwierigen Zeiten Kraft. Das Jahres Motto «Find your own voice!

» kann erweitert werden, mit «You are a voice!» Wir müssen

nicht laut und sprachlos zuhören und zusehen, was alles um uns

herum passiert.

 

«Give Love» David Darling’s Einladung einander hörend und fühlend

zu begegnen ist aktueller denn je! In diesem Sinne wünschen

wir uns vom Verein eine kräftige Zusammenkunft im

Sommerkurs im Kientalerhof, in der wir unsere Liebe zur Welt und

zu gemeinschaftlichen Projekten leben können.

 

Wir spielen in einer Gemeinschaft zusammen, in der alle ein

Recht haben mitzuwirken. Alt und jung, arm und reich, erfahren

und neugierig, Mann und Frau, von hier von dort…mit allen Stärken

und Schwächen, sich musikalisch ausdrücken und Mensch

sein dürfen. Musizieren hilft, sich hörend auszurichten und neue

zwischenmenschliche Begegnungen mit einzuschliessen, so ist es

möglich, sich über die gegenseitige Anteilnahme und Begeisterung,

auf Neues einzulassen und Bekanntes zu vertiefen.

Workshop in Madrid, 20. - 23. April 2017

 

Mit Marisa Perez und Mary Knysh haben sich zwei begeisternde

Musikpädagoginnen zusammengeschlossen. Marisa organsiert seit

Jahren Kurse und Workshops in ganz Spanien. Sie arbeitet mit

verschiedenen MusikerInnen zusammen, unter anderem auch mit

Mary Knysh. Die Musikschule El Corazón (Das Herz) gliedert sich

an Bioläden und ein Vegetarisches Restaurant mit biodynamischen

Produkten an. 

 

In Madrid an der Schule El Corazón trafen sich für diesen Workshop

22 Menschen aus ganz Europa. Viele der Teilnehmenden

sind beruflich in Musikschulen tätig. Im Verlaufe des Kurses wurde

deutlich, wie wichtig die Gemeinschaft als Boden für musikalische

Begegnungen ist. Am eindrücklichsten wäre es, wenn anstatt

des Textes an dieser Stelle Aufnahmen aus dem Kurs zu hören

wären.

 

Der musikalische Ausdruck, die Intensität und die Hingabe

wie die Music for People Formen gestaltet wurden, haben mich

berührt. Wie sich in einer überraschend ausführlichen Rückmeldungsrunde

zeigte, wurden bei den Teilnehmenden menschliche

und musikalische Prozesse angeregt, die nachhaltig in Erinnerung

bleiben werden.

 

In den drei Tagen erfüllten sich viele meiner Träume, die mich bewogen

haben, mit einigen Leuten den Verein Music for People Europe

2015 ins Leben zu rufen. Schlussendlich konnte ich es nicht

auflösen, warum das musikalische Erlebnis derart kräftig geworden

sind. Ich möchte mich auf jeden Fall bei Mary Knysh und

Marisa Perez, sowie allen Mitwirkenden KursteilnehmerInnen für

unser gemeinsam erlebtes Musikgeschenk bedanken. It’s you!

Matthias Rauh

Auf was legte David Darling besonders wert?

 

David begann jeden Workshop pünktlich, die Eröffnung verband

körperliches Aufwärmen, Babbeln mit Artikulation, Tai Chi Bewegungen,

Ruf und Antwort, Imitation, «Yeah» Energie und «Oooh»

Klänge.  

 

Je nach Tagesmotto (Melodie, Rhythmus, Ensemble) wob David

verschiedene Elemente ein, die später in den Unterrichtsblöcken

vorkamen oder direkt in den folgenden Unterricht überleiteten.

Die Eröffnung war immer auch eine Ouvertüre für nachfolgende

Themen.

 

David war flexibel in Bezug auf die Zeiteinteilung und passte sich

den Bedürfnissen der Gruppe an. Trotz allem gab es in jedem Unterrichtsblock

Gelegenheit, etwas zu imitieren, zu aktualisieren,

sei es durch Üben in einer kleinen Gruppe oder allein. Oder die

Gruppe hörte musikalisch meisterliche Interpretationen an, sei es

durch Beispiele anwesender erfahrener Musiker oder durch Aufnahmen.

Auf diese Weise entstand Raum, in dem Erfahrungen

ausgetauscht werden konnten.

 

David zeigte immer zuerst selbst modellhaft vor, lud so die Teilnehmer

auf musikalische Art ein, sich auf Improvisations- und

Musikaufgaben einzulassen. Ein neues Thema wurde oft mit der

ganzen Gruppe erarbeitet. Dies gab den Teilnehmern die Möglichkeit,

in der Sicherheit der Gruppe Erfahrungen zu sammeln.

Er lud die Teilnehmer ein, mit Ruf und Antwort und Imitation

mitzumachen. Dabei holte er über das Zusammenspielen die Teilnehmer

ab und lud sie zum Solieren ein.

 

Oft griff er eine Phrase oder Aussage eines Solos auf und vertiefte

sie mit der ganzen Gruppe. Anstatt Ideen selber einzubringen,

wartete er auf aktuelle Bezüge der Teilnehmenden. Auf diese Weise

entwickelte sich der Unterricht mit Hilfe der Gruppe auf organische

Art. David Darlings Präsenz strahlte Geduld, Flexibilität und

Aufmerksamkeit aus.

 

David erklärte Konzepte weniger mit Worten, er «modellierte» sie

vielmehr pantomimisch, mit Gesten. Seine Worte waren poetisch

und bildhaft. 

 

Bevor er ein Thema aufgriff, illustrierte David sein Unterrichten

mit Körperübungen. Die Gruppe übte sich zum Beispiel im Stolpern,

und versuchte, sich im letzten Moment aufzufangen, ganz

nach dem Motto: «Eine Krise kann überwunden werden».

Mit Tai Chi Sequenzen führte er die Gruppen durch den Äusseren

Raum hin zu Gefühlen, die das Handeln mitbestimmen.

 

Dies ermöglichte den Leuten zuerst eine körperliche Erfahrung

und schaffte gleichzeitig einen Zugang zu nicht willentlich steuer -

baren, unbewussten Anteilen. Diese Verbindung zwischen Willen,

Körper und Unbewusstem ermöglichte es vielen Teilnehmenden,

Blockaden zu lösen und ihrer Musik neuen Sinn zu geben.

David machte einen Unterschied zwischen imitieren und kopieren.

Er legte Wert auf einen authentischen, persönlichen Ausdruck.

Identischem Nachahmen schenkte er weniger Bedeutung: «You

are not doing, what I am doing, you are doing, what you're doing». Individueller, persönlicher Ausdruck wurde gewürdigt und geschätzt.

 

David beendete jeden Tag innerhalb der ganzen Gruppe mit einem

Zusammenzug der musikalischen Tagesereignisse. Sei es mit

einem One Quality Sound, einer Melodie oder einem Musikstück:

«Good By :-)»

 

Ausschnitte aus Return to Child, Music for People‘s Guide to Improvising

Music and Authentic Group Leadership, Shadowing David, 2004, 2008

by Jim Oshinsky (S. 8, 9): Beobachtungen aus mehreren Workshops mit

David Darling in den Jahren 1992/93.

Übertragung Anna Eichenberger und Matthias Rauh

Was bedeutet eigentlich hören?

 

Hören ist die unverzichtbare Grundlage jeglicher Art Musik zu machen.

David Darling gab uns immer wieder die Anregung: «Listen

like mad!» - höre wie verrückt! Noch bevor eine Improvisation

überhaupt beginnt, kommt das Hören in die Stille, erst dann das

Hören auf die Mitspielenden. Daraus entsteht im besten Falle authentische

Musik, die vom Verstand nicht kontolliert werden kann.

 

Im Art Of Improvisation Kurs, letzten Sommer in Fredonia NY,

USA, ist mir noch eine weitere Dimension des Hörens bewusst

geworden. Terry Beck, der Tänzer, Choreograf, Qi Gong Lehrer

und Akupunkteur hat jeden Morgen mit uns meditative Aufwärmübungen

gemacht. Es ging darum, sich im Punkt Null, dem

Schwerpunkt in der Mitte zwischen Bauchnabel und Kreuzbein zu

sammeln, das Kreuzbein zur Erde sinken zu lassen und in den

Knien loszulassen, so dass die Lebensenergie frei zwischen Himmel

und Erde durch den Körper fliessen kann. Der Punkt Null ist

der Ursprung jeglicher Bewegung. Er entspricht bei Music for People

der Stille, aus der alle Musik hervorgeht.

 

Terry forderte uns jeweils auf, aus der Sammlung im Punkt Null in

den ganzen Raum um uns herum hinein zu hören und zwar nicht

nur mit den Ohren, sondern mit unserem ganzen Körper die

Schwingungen des Raums wahrzunehmen. Dabei hilft es, mit den

Augen keinen Punkt zu fixieren, sondern mit «weichem» Blick das

ganze Blickfeld als Gesamtes wahrzunehmen. Aus dieser nach allen

Seiten offenen Haltung entsteht wie von selbst Bewegung und

Musik, ohne dass ich überlegen muss, was ich als nächstes tun

soll. Die Erfahrung dieser Mühelosigkeit ist unglaublich befreiend.

 

Durch das ganzkörperliche Hören in unsere Umgebung, schaffen

wir den Raum für die Schöpferkraft, sich durch unseren Körper zu

materialisieren und nach aussen zu wirken. Dies ist oft das krasse

Gegenteil zum Alltag, wo wir alles «im Griff» haben müssen.

Neulich hatte ich Gelegenheit, bei einem Podiumsgespräch als

Zurhörer dabei zu sein, wo Andreas Vollenweider, der bekannte

Harfenist, gefragt wurde, was für ihn Improvisation sei. Seine

Antwort hat mich verblüfft. Er habe den Eindruck, dass beim Improvisieren

das Hören zwar ganz wichtig sei, wenn er aber auf

seinen Höreindruck reagiere, komme er mit seiner Reaktion immer

zu spät. Er empfinde vielmehr, dass jeder Mitspieler eine

Ausstrahlung habe, quasi ein Feld um sich herum. Erst wenn er

dieses Feld wahrnehme und sich darauf einschwinge, könne er

mit den anderen Musikern synchron improvisieren.

 

Aus all diesen Erfahrungen wurde mir klar, wie hören sich nicht

nur auf das Akustische beschränkt, sondern den ganzen Körper

mit einbezieht. So wird das gemeinsame Musizieren zu einem beglückenden

Erlebnis des miteinander verbunden Seins, das die

Musiker über sich hinauswachsen lässt.

André Renold

Newsletter Nr 8 Mai 2017
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Newsletter Nr. 7 / Dezember 2016
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Newsletter Nr. 6 / Oktober 2016
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Newsletter Nr. 5 / April 2016
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Newsletter Nr. 4 / Dezember 2015
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Newsletter Nr. 2 / März 2015
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Newsletter Nr. 1 / Januar 2015
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